Häufige Fragen und Antworten zu CalDAV
Bis jetzt haben wir wenige Fragen zu CalDAV erhalten :-) Wenn Sie eine Frage zu CalDAV haben die in dieser Sektion aufgeführt werden sollte, senden Sie die Frage bitte an feedback@caldav.de.
Q: Deckt CalDAV alle Datenbereiche einer Groupware ab?
Nein. CalDAV operiert ausschliesslich auf Daten im iCalendar Format. Dieses Format kann verwendet werden um Termine, Aufgaben und Journal Einträge zu repräsentieren.
Für eMails sollte weiterhin das IMAP4 Protokoll verwendet werden (als
Alternative existiert das HTTPMail Protokoll welches z.B. von HotMail
verwendet wird).
Für Kontakte steht das LDAP Protokoll in Verbindung mit dem iNetOrgPerson
Schema zur Verfügung wobei dieses in der Praxis fast ausschliesslich
für lesenden Zugriff implementiert wird.
Aus diesem Grund wird analog zum CalDAV Standard auch am
CardDAV Standard gearbeitet.
Der GroupDAV Draft sieht ebenfalls die
Speicherung von vCard Daten in WebDAV Servern vor.
Q: Warum wird nicht einfach ein eMail Protokoll wie IMAP4 verwendet?
Es besteht ein erheblicher technischer Unterschied zwischen gemeinsam genutzten Groupware Daten (wie z.B. Terminvereinbarungen oder Kontakte) und eMail. Technisch haben eMails die Besonderheit das der Inhalt in einem Postfach nie modifiziert wird (werden kann). Mit dem Verschicken der eMail ist der Bearbeitungsvorgang vollständig abgeschlossen. Eine Modifikation der eMail kann nur durch das Erstellen einer neuen eMail ausgelöst werden.
Ansätze die versuchen z.B. IMAP4 als Speichermedium für Groupware-Daten zu verwenden haben mit diesen Restriktionen zu kämpfen. Zur Änderung eines Datensatz muss selbiger erst gelöscht und dann neu erstellt werden. Dabei kennen Protokolle wie IMAP4 keinen Transaktionsmechanismus, d.h. Einträge sind im Speicherprozess entweder doppelt vorhanden oder verschwinden temporär.
Kurz: eMail Protokolle erlauben es typischerweise nicht einen Datensatz zu ändern. Bei der Modifikation von gemeinsam genutzen Daten ist aber genau dies die häufigste Art von Schreibzugriffen. Im Gegensatz dazu bietet CalDAV (genauer HTTP) neben hochperformanten, optimistischen Sperren über ETags optional sogar explizites Sperren (LOCK) um konkurrierende Schreibzugriffe auszuschliessen.
Q: Wo liegt der Unterschied zwischen CalDAV und GroupDAV?
Zum einen im Grundansatz. CalDAV ist als echter RFC Standard formuliert und
spezifiziert.
Im Gegensatz dazu ist
GroupDAV
ein rein pragmatisches, auf spezifische
Bedürfnisse vereinfachtes Protokoll.
GroupDAV
konzentriert sich hauptsächlich auf die Anbindung der drei relevanten
OpenSource PIM Applikation:
Mozilla Sunbird,
GNOME Evolution
und KDE Kontact.
Dabei ist es das Ziel Server Herstellern die Belieferung dieser Applikationen mit
Daten möglichst einfach zu machen.
Komplexität:
CalDAV Clients und im besonderen CalDAV Server müssen eine Reihe von Protokollen
unterstützen, z.B. vollständig HTTP/1.1, WebDAV, WebDAV ACLs, iCalendar, etc.
Eine GroupDAV Implementierung
erfordert nur die Umsetzung eines minimales Subsets von WebDAV (ein spezifischer
PROPFIND Request).
Funktionalität:
CalDAV spezifiziert ausschliesslich den Austausch von Terminen und Aufgaben.
GroupDAV
erfasst auch Kontakt Daten im vCard Format, optional auch eMail Daten im HTTPMail
Format.
Im Standardprozess wird die WebDAV Familie um das
CardDAV Protokoll erweitert um
auch diesen Bereich abzudecken.
Kurz: GroupDAV ist eine sehr vereinfachte Version von CalDAV. Es bietet sich als Ausgangsbasis für eine vollstädige CalDAV Implementierung an und bietet neben Kalenderdaten auch den Zugriff auf Kontakte.
Q: Wo liegt der Unterschied zwischen CalDAV und dem bekannten iCal-über-HTTP Mechanismus?
Im iCal-über-HTTP Ansatz - der inzwischen von fast jedem Kalender Klienten
unterstützt wird - werden komplette Kalender als eine einzelne (iCalendar)
HTTP Ressource übertragen.
Dadurch eignet sich dieser Mechanismus sehr schlecht zum Abgleich von
gemeinsam genutzten Kalendern.
Im CalDAV (und auch GroupDAV) Protokoll werden Einzeltermine als eigene HTTP
Ressourcen modelliert und können dementsprechend auch separat gelöscht,
geändert oder für parallelen Zugriff gesperrt werden.
Kurz: Der bekannte iCal-über-HTTP Mechanismus eignet sich hervorragend um zentral verwaltete Daten (z.B. Ferienkalender oder Fernsehprogramme) zum Lesezugriff für andere Anwender zur Verfügung zu stellen. Der Mechanismus hat erhebliche Defizite wenn es um Schreibzugriffe auf Kalender geht.
Q: Was ist iMIP? In welcher Beziehung steht es zu CalDAV?
iMIP (RFC 2447)
spezifiziert den Austausch von Kalenderdaten und
den Koordination von Kalenderaktionen
über eMail.
Es wird häufig verwendet um Besprechungsanfragen an Terminteilnehmer zu
versenden.
Empfängt der Terminteilnehmer eine solche Anfrage, kann er
durch die Verwendung von iMIP automatisiert im Client einen Termin im eigenen
Kalender eintragen, Termine zusagen oder Ablehnen.
iMIP ist also kein Protokoll zur zentralen Ablage von Termindaten wie CalDAV,
sondern zum Austausch von Termindaten mit anderen Nutzern oder Systemen.
Es kann z.B. in Verbindung mit CalDAV verwendet werden um Termine mit
externen Teilnehmern zu koordinieren.
Es existiert ein
Draft
für eine CalDAV Erweiterung zur Verwaltung von Besprechungsanfragen
über WebDAV/HTTP. Diese wird z.B. von Apple iCal in Verbindung mit
dem Apple iCal Server verwendet.